Mittwoch, 17. Oktober 2012

Friedhof, Friedhof und nochmal Friedhof...


Nach gut 2,5 Jahren habe ich es endlich geschafft, meinen lieben Freund Britt aus Amerika (den ich am Ende meines Australientrips in Korea kennengelernt hab) wiederzusehen, da wir beide zufällig gleichzeitig in Paris waren.



Haben mit einer Flasche echt schlechtem Billigwein und einer Packung Scheibenkäse im Park vor dem Louvre den Sonnenuntergang genossen bevor wir zum Highlight des Abends...


...mit seinen NERDFREUNDEN in eine NERDBAR sind:
"Le dernier bar avant la fin du monde"
Herrlich! Wo ist Kim, wenn man sie braucht?


 Wie könnte es auch anders sein: direkt am Eingang eine ganze Sammlung von Comicfiguren.
Aber mal genz ehrlich: Was für ein Saftladen ist das denn, wenn die nicht mal ne Batmanfigur haben?
Immerhin war Iron Man vorhanden.


Links im Regal sind Comics (voll gut, dann kann ich endlich mal an einem Freitagabend alleine in eine Bar gehen und Comics lesen. Wollt ich schon ewig.) und rechts Brettspiele für die etwas geselligeren Typen.


Das war der untere Stock; abgespaced oder? :D


Hier noch ein Bild für mein Kimischätzchen zur Erinnerung an unsere wunderbare Zeit in Seoul:
"Can you sleep tonight?"


Und DAS sind seine Nerdfreunde, die er übrigens unabhängig voneinander auch im gleichen Hostel in Seoul kennengelernt hat wie Kim und mich und die zufällig auch gerade beide in Paris waren. Die Welt ist so klein. Der links ist Dave aus den USA und der in der Mitte Nick aus Kanada. Aber nur damit wir uns nicht falsch verstehen: Ich bin kein totaler Assi; die haben sich alle selbst als Obernerds bezeichnet. Ich würde das natürlich niemals tun....
Ok, ein bisschen ansehen tut mans ihnen aber schon oder?


Und noch eins von uns beiden zum Abschluss.
Also ehrlich, an dem Abend hab ich  mehr über Nerds gelernt als in all den Staffeln Big Bang Theory.

La Défense



Als wir mal an einem einigermaßen schönen Abend nichts zu tun hatten, haben wir es endlich geschafft zu la Défense zu fahren. Sieht doch gleich ganz anders aus als das eigentliche Paris oder?


Hier "la grande Arche"



Und der riesen Daumen, von dem ich eigentlich immer noch nicht genau weiß, weshalb der da steht - aber fotografieren muss man ihn natürlich trotzdem.

Eigentlich hatte ich 4 Tage lang Besuch von meinem allerliebsten Moggi und seiner Freundin, aber da ich ausgerechnet an den Tagen eine Präsentation für Business Ethics vorbereiten sollte (womit ich mehr als überfordert war, weil ich einfach noch nie in meinem Leben wirklich was mit Philosophie zu tun hatte) und die beiden auch immer irgendwelche Pläne hatten, haben wir es nicht einmal geschafft, was miteinander zu unternehmen - geschweigedenn ein gemeinsames Foto zu schießen. Unglaublich oder?
Aber das Beste kommt ja noch: Unser sehr verwirrter und etwas unorganisierter Prof. Miller hatte allen aus meinem Kurs eine E-Mail mit dem Milton Friedman Text, über den ich referieren sollte, geschickt. In der Vorlesung fragt er: "Did you all get my E-Mail? And did you read the Milton Friedman text?"
Ein paar haben "yes", ein paar andere "no" gesagt. Er: "Oh, so you didn't get my E-Mail?"
Sagt doch tatsächlich Bonyface: "Well, I got your E-Mail, but I didn't read the text."
Miller: "Oh, hmmm....ok, so you didn't read the text. Ok, we'll do the Milton Friedman text another time. Ahm, is this confusing?"
Ich melde mich: "Yeah, because we were supposed to do the presentation today."
Miller: "Oh, you wanted to do the presentation?! Yeah ok, so....we'll just do the Milton Friedman text whenever we have time for it ok?"

Alter, willst du mich eigentlich verarschen??
Also keine Präsentation - die soll ich dann (vorraussichtlich) zwei Wochen später halten, wenn ich Besuch von Franzi hab - und ich hab mich ganz umsonst verrückt gemacht. Und ihr wisst ja wie gut ich im verrückt machen bin, bevor ne Präsentation ansteht. Echt klasse. Franzosen und Organisation - sollte man nicht glauben, dass die für sowas hier € 10.000 im Jahr zahlen. :D


Wie dem auch sei, da uns Moggi am Sonntag Morgen schon in aller Herrgottsfrühe um halb 7 verlassen hat, haben wir gleich die Chance genutzt um mal etwas früher aufzustehen und auf den Markt am Place Aligre zu gehen, der nur von 7 bis 13 Uhr geöffnet hat.




Gut, also gelohnt hat sich das Ganze nicht so richtig, weil es hauptsächlich Lebensmittel und irgendwelchen unnötigen Flohmarkt-Kruscht gab. Haben uns die Sache also 5 Minuten angeschaut und sind dann weiter zum nächsten Ziel:

Le cimetière du Père-Lachaise




Dort liegen wohl ein paar sehr berühmte Leute vergraben, wie z.B.:
 

Chopin


oder Edith Piaf
(Auch wenn ich zu meiner Schande gestehen muss, dass ich die nicht kannte - ja, ja, ich weiß was ihr jetzt alle sagen wollt: "Waaaaaaaaaaaaaaas? Du kennst Edith Piaf nicht?? Wie kann man die nicht kennen?? Wie unterbelichtet bist du eigentlich?"
Aber macht euch keine Umstände, das hat Aline schon für euch erledigt!)

Nach diesem langen Spaziergang über den Friedhof für viel zu reiche Leute, dachten wir, wir tun uns mal wieder was gutes - außerdem war ja Sonntag. Ich mein, Hallo? Da gehört so ein Mittagskäffchen schon zur Tagesordnung. Also sind wir wohin?
Genau:


Zu unserem Lieblingsbäcker "Festival des Pains".



Die Eclairs waren echt gut, aber es geht einfach nichts über diesen herrlichen Schoko-Fondant mit seiner Schokocremefüllung von dem ich mir am liebsten das Rezept besorgen würde - obwohl es wahrscheinlich besser ist, wenn ichs nicht hab. ;)

Montmartre


An unserem freien Mittwoch danach haben wir eine erfolgreiche und geldbeutelerleichternde Tour durch Montmarte gemacht. Angefangen natürlich auf einem Markt. Dort gab es zwar auch überwiegend Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch (in einer Weise, die in Deutschland verboten wäre) aber auch andere Dinge, z.B. endlich mal kleine Geldbeutel - die stinken zwar nach Plastik bis zum Himmel, aber dafür haben sie nur € 3 gekostet und wir müssen nicht mehr unsere großen mitschleppen.


Gut oder?



Okeee, erwischt! Wir haben nicht nur Geldbeutel gekauft. Aber das war auch alles gar nicht teuer - ehrlich! Für ein paar Kuschelsocken nur € 1. Do kosch nix saga.


Danach sind wir natürlich noch auf den Cimetière de Montmartre - wenn man schonmal da ist.


Krass, wie die da einfach die Brücke drübergebaut haben oder?


Sind dort aber nur schnell zum Grab von Heinrich Heine und dann weiter...


...zur berühmten Moulin Rouge.
Da es aber schon den ganzen Tag so vor sich hingeregnet hat, haben wir gschwind ein Foto geschossen und sind dann ab in unser kuscheliges Heim - wo leider die Heizung noch nicht tut.

 Cimetière de Passy



Oh man, man könnte echt meinen, wir stehen drauf, uns ständig auf irgendwelchen Friedhöfen aufzuhalten oder?
Wollten da eigentlich nur kurz hin um das Grab von Renault, der Prinzessin von Monaco und Debussy (den ich natürlich auch wieder nicht kannte, aber ich steh wenigstens dazu!) anzuschauen. Da diese intelligenten Franzosen aber keine Straßenkarten aufgestellt hatten, haben wir nicht mal eines der 3 Gräber gefunden. Außerdem hats geregnet und es war kalt. Auch egal, haben wir die eben nicht gesehen, da war man ja trotzdem.

Danach sind wir noch ein Stück über die Champs Elysées gelaufen und dann völlig durchfroren und mit schon quietschenden Schuhen mit dem Bus Richtung Heimat.


Trotz Pfützen im Schuh haben wir uns unseren täglichen Besuch bei Leclerc nicht nehmen lassen (Und wir wundern uns noch, wo unser ganzes Geld hinverschwindet).
Der 1 Gehminute entfernte Supermarkt hatte allerdings an diesem Samstag das letzte Mal geöffnet, weil er ins 5 Minuten entfernte Kaufhaus So Ouest umzieht. Deshalb gabs natürlich ein riesen Angebot, bei dem man 50 % des Werts der gekauften Ware als Gutschein für den nächsten Einkauf bekommt.



Ok, dass es voll wird, damit hatten wir ja gerechnet. Aber dass die Franzosen einkaufen als würds kein Morgen geben, das war echt zu viel. Die standen bis in die Regale und jeder hatte Lebensmittel für die wahrscheinlich nächsten zwei Monate im Schlepptau - und wir mit unseren 6 Sachen  natürlich mittendrin.Das haben wir mal wieder gut hingekriegt.
Nach einer gefühlten Ewigkeit ging es dann endlich nach Hause, wo es immer noch keine funktionierende Heizung gibt. Da muss man sich dann eben mit Tee aufwärmen, was für mich bekannterweise auch nicht allzuschlimm ist.

Les Catacombes die Erste


Am nächsten mal wieder total verregneten und kalten Sonntag sind wir doch tatsächlich schon um 3/4 8 aufgestanden um um 10 bei den Katakomben zu sein - nur um dann vor Ort festzustellen, dass die wegen Problemen mit der Klimaanlage für unbestimmte Zeit geschlossen sind. Mal im Ernst: Ist das so schwierig, das auf die Website zu schreiben, damit die Leute sich den Weg dorthin sparen können?? Anscheinend schon! Also sind wir halt wieder ne 3/4 Stunde nach Hause gefahren.



Ich bin mir gerade nicht ganz so sicher, weshalb Aline so glücklich aussieht. Wahrscheinlich war sie einfach froh, dass wir so wenigstens um die 130 Stufen zu den Katakomben drumrumkamen.
Am Wetter kann ihre Laune jedenfalls nichtgelegen haben.

Sonntag, 14. Oktober 2012

Paris - quelle belle ville.



Da sich zwei arme Studentinnen, wie wir es sind, natürlich nicht leisten können in solch exquisiten Einrichtungen wie Printemps oder Galeries Lafayette ihren Shoppingelüsten nachzukommen, wo eine Bluse bei € 200,- gerade mal anfängt, haben wir uns mit Naomi auf die Suche nach einem günstigeren Shoppinghimmel gemacht.



Fündig wurden wir dann in der Nähe des Hôtel de Ville, wo es eine riesen Halle voller Second Hand Zeug gab - da kann man sich schonmal ne Weile aufhalten...


...bevor man sich zur Belohnung dafür, dass man es sich verkniffen hat, alle schönen Handtaschen zu kaufen, erstmal einen Crêpe Nutella Coco in der anscheinend besten Crêperie Paris reinhaut.



Und nicht nur der Crêpe war hervorragend, sondern auch das Ambiente hat gestimmt.
Der Crêpe-Mensch (oder wie man ihn auch nennen mag) hat während des Crêpesbackens fröhlich vor sich hergeträllert und ungefähr jeden vorbeilaufenden Menschen gegrüßt.
Kein Wunder, dass der Laden so beliebt ist.



Danach gings weiter zum Centre Pompidou, das wohl hässlichste Gebäude in Paris. Aber der Brunnen ist wenigstens cool.


Und dann erstmal typisch französisch Café trinken und das Leben genießen. =)


 Louvre, Saint Michel,... Sightseeing eben.



An dem quasi letzten sonnigen Sonntag haben wir uns - mal wieder - auf eine Sightseeing-Tour durch Paris begeben. Angefangen haben wir diesmal beim Louvre.


Kleiner Tipp am Rande: Falls ihr euch von Fremden fotografieren lassen wollte, fragt immer Asiaten mit großen Kameras. Bei denen kann man sich sicher sein, dass sie 1. was vom Fotografieren verstehen und 2. eure Kamera nicht klauen, weil deren eigene garantiert viel wertvoller ist!



Danach gings weiter über die Pont des Arts, entlang der Seine...


...bis zu Notre Dame.
Isch des et schee mit dene zwoi Schnuckele do onda?
Fast ein perfektes Postkartenbild würd ich sagen.



Kurze Frage: Wieso lassen die da alle Touris rein, während ein Gottesdienst stattfindet??



 Nächster Halt war das Panthéon, von dem wir eigentlich bis heute noch nicht wirklich wissen, was das genau darstellen soll. Aber der Eintritt war für uns umsonst 
(an dieser Stelle: Danke Europa), also sind wir halt auch gschwind nei.


Auf diese Weise haben wir immerhin die Gräber von Voltaire und Jean-Jacques Rousseau gesehen. Wär des au erledigt.


Zum Schluss sind wir noch in den Jardin du Luxembourg. Schade, dass wir nicht im Sommer hier sind, sonst könnte man hier immer chillen.


Ich hab echt 1000 Bilder von mir machen lassen, aber wenn man einmal die berühmte Braunfalte hat, kriegt man sie einfach nicht mehr los. :D

Aber damit war unser Ausflug noch nicht zu Ende.


Perfktioniert wurde er erst nachdem wir auf dem Weg nach Hause an unserer jetzigen Lieblingsbäckerei "Festival des Pains" vorbei sind und uns DIE Kalorienbomben schlechthin geholt haben.



Ganz ehrlich: Wie soll man da auch widerstehen??


Oh mein Gott, guckt euch mal an, wie die Schokolade aus diesem herrlichen Schoko-Fondant rausläuft! Also Schokokuchen machen können die Franzosen, das muss man ihnen lassen!

Wusstet ihr übrigens, dass ich sehr französisch aussehe?
Am Anfang meines Aufenthaltes hier, hat mich eine (aus Persien!! Und da besteht sie drauf!!) angesprochen: "You are french right?" Ich: "No, I'm German."
Sie: "Ahh, you look so french. 
You know, all the french people, they have so bony faces. 
Really really bony faces and noses like this" (und zieht dabei ihre Nasenspitze hoch).
Ich: "Oh wow, thank you. That's so nice."
Ich glaub, sie hat das gar nicht gerafft, was sie da eigentlich zu mir sagt.
Jedenfalls ist sie unter uns jetzt nur noch als Bonyface bekannt
 - und die hat wirklich ein mega bony face.
Die ist locker einen halben Kopf größer als ich und wiegt wahrscheinlich die Hälfte.

Aber ich mein, wenn das so ist, dann kann ich mir ja weiterhin solche Kuchen reinhauen. Vielleicht sieht mein Gesicht dann nach ner Weile nicht mehr ganz so knochig aus. :D