Montag, 17. Dezember 2012

Zwei Wühlmäuse in Paris


Habe ich euch schon mit unserer neuesten Hauptanlaufstelle von Paris bekannt gemacht nachdem der Leclerc ganze 5 Minuten weit von uns weggezogen ist??

Darf ich vorstellen: Das Wühlparadis schlechthin, Sympa!!



 
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen wies hier zugeht: Markenklamotten aus der letzten Saison werden  auf nen Haufen geschmissen und Teile, die im Laden € 35,- kosten, kriegt man hier teilweise für
€ 2,-! Jeder wühlt bis zum Abwinken; man zieht einfach was raus, guckt sichs an, wenns gefällt wirds auf Größe, Löcher, Flecken usw untersucht und dann entweder wieder auf den Haufen geschmissen oder so gut s geht festgehalten und nie wieder losgelassen. Lässt mans einmal los ischs weg!
Dank Aline bin ich zu so nem dermaßen üblen Wühler geworden:
"ZEHN Euro für n T-Shirt?? Willsch mich eigentlich verarschen? Bei Sympa krieg ichs für Zwei!!"
Ich komm geschädigt zurück. Aber Aline ist ultra stolz. :D


Und so sieht es dann aus, wenn man einen erfolgreichen Wühltag hinter sich hat und zu Hause seine Schätze auspacken darf!


Nach so einem Shoppingerlebnis braucht man erstmal ein stärkendes Päuschen, also ab zum nächsten Drehort von "Ziemlich beste Freunde" in das Café "Les Deux Magots" in St. Germain.



Hier zahlt man gerne mal € 6,80 für eine heiße Schokolade, die ist echt sooo gut - so richtig dickflüssig, wie geschmolzene Schokolade.
Aber ich konnte mich weniger auf die Getränke konzentrieren als darauf, die ganze Zeit ausklügeln zu wollen, wo die beiden aus dem Film wohl gesessen sind.



An einem unserer freien Mittwoche sind wir zu der Da Vinci Ausstellung, die sich gerade in Paris befindet. Zum Glück waren wir unter der Woche da und mussten deshalb so gut wie gar nicht anstehen.




Die haben dafür doch tatsächlich das ganze Zeug, das Da Vinci irgendwann mal gezeichnet hatte, für diese Ausstellung nachgebaut. War ja scho interessant, aber wegen mir hätten se sich den Stress eigentlich et gäba braucha.




Als Mittagessen haben wir mal ganz brav auf unseren Nutella-Crêpe in - wo sonst??? - der besten Crêperie von Paris verzichtet und uns anstattdessen einen "Crêpe fromage jambon" gegönnt. Der war richtig gut, vor allem die riesen Käsekruste oben am Rand, aber auch gleichzeitig so deftig, dass wir danach gleich zum nächsten Bäcker sind und uns ein Pain au Chocolat besorgt haben. :D
Von wegen im November machen wir Diät und so...



Übrigens gibts seit Mitte November voll viele Weihnachtsmärkte in Paris. Ich, natürlich wie immer schon seit Anfang Oktober voll im Weihnachtsfieber, hab mich üüüübel darauf gefreut, also sind wir gleich in der ersten Woche nachdem er aufgemacht hin.
Allerdings darf ich stolz verkünden: Nicht mal ein Weihnachtsmarkt auf der Champs Elysées in Paris kann mit denen im schönen Deutschland mithalten. Die hier sind viel zu kommerziell und jeder Stand wiederholt sich mindestens 2 Mal.


Aber den Glühwein haben wir uns natürlich trotzdem nicht entgehen lassen, auch wenn selbst der nicht so gut wie der in Deutschland ist. Da ist irgendwie fast kein Gewürz drin - vielleicht wärmen die auch einfach stinknormalen Wein auf und denken, das wars. :D
Also echt, da gucken sie schon alles von uns ab und kriegens erst nicht gscheit gebacken.


Achja und noch eine schockierende Nachricht für die Welt. Aline hats tatsächlich geschafft mir Nagellack aufzuschwätzen. Ausgerechnet mir, die sich schon seit über 8 Jahren so erfolgreich dagegen gesträubt hatte! Ich habs echt mit allen Mitteln versucht, aber gegen das Mädel kommt man einfach nicht an! Und damit nicht genug - ich musste ihr auch noch versprechen, mir hier mindestens einen Nagellack zu kaufen. Mal sehen, ob ich aus der Sache wieder rauskomm..

Samstag, 8. Dezember 2012

Salut M. Hollande, comment ca va?


Nach so vielen Sightseeing Tagen, dachten wir, es wird mal wieder Zeit für was Neues.
Warum also nicht zum Triumphbogen und die jährliche Parade zum Nationalfeiertag
am 11. November mitangucken?



Was wir da aber noch nicht wussten war, dass doch tatsächlich der Französische Präsident (mittlerweile Hollande nicht Sarkozy) dort sein Ründle gedreht und dem einen oder anderen Bürger die Hand geschüttelt hat - uns natürlich nicht, weil wir wie immer zu spät dran waren und zu weit hinten standen.


Diese heißen "Flics" saßen da die ganze Zeit auf ihren schicken Motorrädern rum und haben nur darauf gewartet, bis sie dem Landesoberhaupt als Eskorte dienen dürfen. Aline war von denen übrigens mehr begeistert als vom Präsidenten selbst: "Also die Typen, da. Die machen mich echt fertig gä? Die find ich so dermaßen cool auf ihren Flitzern!"


Achtung, alle startklar machen, er kommt....


...seht ihr ihn?? Er winkt ganz winzig aus dem hinteren Fenster dieses absolut nicht
Präsidenten-würdigen Citroen raus.
"Oh mein Gott, Wir haben den Präsidenten gesehen, wir haben den Präsidenten gesehen!!"
Das war natürlich das absolute Highlight des Tages.

So sieht übrigens die Champs-Elysées aus wenn der Präsident von Frankreich unterwegs ist.



Nach diesem erfolgreichen Start in den Tag, sind wir weiter ins reichste Arrondisement von Paris (das 16.), wo die kleine aber trotzdem feine Freiheitsstatue zu finden ist.


Danach gings dann ins etwas weniger schicke Chinatown - in diesem Viertel leben laut Alines Reiseführer 70.000 Menschen und damit die meisten Leute auf einem Fleck.


Aber ganz ehrlich: So wet ih et wohna. Bei diesem Anblick freut man sich schon regelrecht aufs schöne Ländle daheim, wo die Welt noch in Ordnung ist und die Kühe noch lila sind und Schokolade geben.


Das nennen die China Town??
Irgendwie hätten wir ein bisschen mehr "China Flair" erwartet.


Auch nicht schlimm, haben uns die Sache halt kürzer als gedacht angeschaut und sind mit einer Tartelette au Chocolat und einem noch heftigeren Schoko-/Sahne-/was auch immer Kuchen nach Hause.


Wo auch noch die Macarons auf uns gewartet haben.
Man gönnt sich ja sonst nix.


Man sollte es kaum glauben, aber Aline und ich haben es nach so langer Zeit endlich mal geschafft, in den berühmten Mix Club unter dem Tour Montparnasse zu gehen, in den Erasmusstudenten Donnerstags zum Glück umsonst reinkommen.



Und es hat sich definitiv gelohnt, auch wenn die ollen Franzosen - wehslab auch immer - keine Deutschlandaufkleber hatten und wir uns deshalb schweren Herzens als Schweizer ausgeben mussten. Aber auch unter diesen Umständen hat es sich ganz gut feiern lassen.

Donnerstag, 29. November 2012

Dosawurscht en masse

Nach viel, viel - wirklich viel - Überredungskunst hab ich es doch tatsächlich geschafft, meine liebste Familie dazu zu überreden, mich besuchen zu kommen.
Und endlich war es soweit. =)



In diesem schicken Hotel mit Blick auf den Eiffelturm und den Triumphbogen, nur 5-10 Gehminuten von meiner Wohnung entfernt durften Mama und Papa nächtigen,
Lisi hat sich bei mir eingenistet. :)
Ganz zu meinem Glück hab ich es nicht geschafft, meine Eltern davon abzubringen mit dem Auto zu kommen.
Auf diese Weise war nämlich das halbe Auto voll mit all dem Zeug für mich:
Spaghetti, Thunfisch, ca. 100 Beutel Tee, Tempo, extra für mich frisch gebackener Weinkuchen von Oma, Winterjacke, Rochers, Dominosteine, Kuscheldecke und - jetzt kommts - 10 Dosen Dosenwurst plus eine gerauchte Schinkenwurst plus 3 Landjäger!!! Alter!! Z-E-H-N Dosen! Das war fast so gut wie Weihnachten, ich sags euch. Die Franzosen können nämlich einfach keine gscheite Wurst machen - die haben 3 Mal so große Regale wie wir im Supermarkt und alles steht nur voller Schinken - so weit das Auge reicht, überall Schinken.


Nach diesem kleinen Highlight sind wir abends nur noch schnell zur Moulin Rouge, die beleuchtet gleich viel mehr hermacht als tagsüber.


Weil wir uns noch irgendwo einen Café gönnen wollten und Starbucks nun wirklich nicht pariswürdig gewesen wäre, habe ich die drei - vor allem zu Lisas Überraschung - ins Café de 2 Moulins oder besser bekannt als "das Café in dem Amélie gearbeitet hat" geführt.



So sieht man also aus, wenn man den Drehort seines Lieblingsfilms gefunden hat - also ungefähr so wie ich bei der Entdeckung meiner Dosenwurstlieferung.


Da freut sich aber jemand. :)

2. Tag:



Natürlich war unsere erste Station am nächsten Tag der Eiffelturm, auch wenn mein Plan, den ich über Stunden ausgeklügelt hatte, etwas anders aussah - aber die Brauns kennen da nix und haben somit meinen Plan schneller verworfen als de gugga kosch.




 Als richtige Touris war es selbstverständlich unsere Pflicht, uns eine Stunde in die Schlange zu stellen, damit man da auch oben gewesen ist. Zum Glück - ich habs nämlich davor echt kein einziges Mal geschafft. Leider war es ziemlich windig, weshalb die Spitze gesperrt war und wir nur bis auf die 2. Plattform konnten. Wie ihr euch vielleicht denken könnt, war es sonnig und die Spitze wieder geöffnet sobald wir wieder unten waren. Papa wär am liebsten gleich nochmal hoch, aber da er der einzige Mann unter 3 frierenden Mädels war, wurde daraus leider nichts.



Also gings mit dem (schön warmen) Bus weiter zum Jardin du Luxembourg um dort eine Runde in der Sonne zu chillen...



...falls man das chillen nennen kann.


Danach weiter zu Saint Michel,



zur Notre Dame,

(Kleine Anekdote dazu: In der Kirche, ich zu Lisa: "Voll krass, letztes Mal als ich hier war, war hier n Gottesdienst und die haben einfach alle Touristen reingelassen und da drin rumlatschen lassen."
Lisa: "Was, echt? Oha, voll krass." Ich: "Ja, aber ganz ehrlich, hättest mal meinen Blog gelesen, wüsstest das schon längst!!" Lisa: "Äääähm, stand des da drin? Ups..."
 10 Sekunden später, ich zu Mama: "Voll krass, letztes Mal als ich hier war, war hier n Gottesdienst und die haben einfach alle Touristen reingelassen und da drin rumlatschen lassen." Mama: "Was, echt? oifach so?"
....Ja, dange fürs Gspräch. :D )



(endlich mal) in dieses Krankenhaus von dem Johann erzählt hatte,


weiter über den place de l'hôtel de ville, wo ich mich natürlich gleich von dem Michael Jackson Verschnitt hab begeistern lassen. Also Tanzen konnte er ja...


aber das Gesinge hätte er besser gelassen, gä Lisi? :D



Und endlich waren wir bei der heiß ersehnten, besten Crêperie von Paris - obwohl eigentlich niemand Hunger hatte, weil sich jeder von uns grad ne halbe Stunde davor nen Gyros mit Pommes reingehauen hat, gabs natürlich trotzdem für jeden einen Crêpe, so wies sich gehört. Und ich würde mal behaupten: das Ranzenspannen hat sich wie immer gelohnt:
Laut Papa, der beste Crêpe, den er je gegessen hat.
Aber damit ja nicht genug: unser nächster Halt war ein Café direkt um die Ecke und der danach ein Resturant in Saint Michel wo ich mir direkt noch ein Entrecôte mit Pommes und Gemüse neidruckt hab. Also echt mal, schon allein essenstechnisch hat sich der Besuch meiner Familie für mich gelohnt - von meinem seelischen Wohlbefinden mal ganz abgesehen. ;)


3. Tag:


Erstmal haben wir den vielen Platz im leeren Bus genutzt um uns auf einen menschenüberlaufenen Triumphbogen einzustellen. Wie lässig er einfach dasitzt oder? :D


Ok, so menschenüberlaufen war er diesmal gar nicht...


...also sind wir auch direkt hoch (quasi gerannt).


Dementsprechend fertig waren wir auch, als wir endlich oben ankamen.
Man sollte ja meinen, ich sei das langsam mal gewöhnt - vor allem da ich im 6. Stock wohn und mich wirklich bemühe, immer die Treppen anstatt den Aufzug zu nehmen. Aber nein, ich sah mindestens genauso fertig aus wie Lisa, von mir gibts zum Glück nur kein Foto dazu.



Oben wars dank Wind und Regen mal wieder arschkalt, weshalb sich die Sache nach 10 Minuten auch schon wieder erledigt hatte...



...und wir  weiter zum Louvre-Caroussel konnten um uns aufzuwärmen. Wir Helden waren natürlich Punkt 1 da und mit uns gefühlt ganz Paris. Doch zum Glück sind die Brauns eben echte Könner und haben sich direkt einen freiwerdenden Tisch, Café und süße Stückchen ergattert.
Das ist mal n Windbeutel oder?


Bei Lisa hat der Café aber irgendwie nicht so gewirkt.
Aber gut ich brauch ja nichts sagen, schließlich hab ich hier auch schonmal ne gute Stunde seelenruhig geschlafen. Dieser Ort mit seiner entspannenden Musik verleitet einen aber auch regelrecht dazu.


Zum Schluss des Tages sind wir nochmal nach Montmartre. Kurzer Halt bei der "Ich-liebe-dich-Wand-in-allen-Sprachen" ( wie auch immer die offiziell heißt). Süß oder? =)


Und dann noch zur Sacré Coeur.
Klar, man hätte auch hochlaufen können und nachdem die eine Bahn erst einfach nicht losfahren wollte und wir alle in die andere umsteigen mussten, wärs wahrscheinlich auch schneller gewesen, aber bitte: Wenn man schonmal ein Tagesticket hat. Das wär ja wohl eine Schande für alle Schwaben wenn man das nicht richtig genutzt hätte oder??



Erst haben Lisa und ich uns noch gefragt, wer da die ganze Zeit singt, aber nach diesem Auftritt wars klar: 100 Nonnen und ein Priester.


Abends haben wir alle noch bei mir gekocht - a guats Stickle Rindfloisch mit Baguette und Salat - ein oder auch mehrere Gläser Wein dazu getrunken und den Abend mit Fondant und anderen Leckereien von meinem Lieblingsbäcker ausklingen lassen. Warum ich abends nie Bilder gemacht hab weiß ich ehrlich gesagt auch nicht so genau - Faulheit wahrscheinlich.


4. Tag - Gucksch rom, gucksch nom...

Am letzten Morgen haben wir dann noch einen kleinen Abstecher zu La Défense gemacht. Der einzige, der von der Idee nicht ganz so begeistert war, so kurz vor der Abreise noch nen Ausflug zu machen, war mein liebster Papa.



"Wann kommt n der Bus endlich?"


"Wie lang brauch mer denn no bis mer endlich do send?"


Aber als er dann erstmal da war ist die Unruhe natürlich gleich wieder verflogen. =)




Nach nicht mal 15 Minuten war die Sache (wie versprochen) auch schon wieder erledigt und wir waren sogar noch ne gute Stunde vor checkout time im Hotel.


Es war so schön mit euch und die Tage gingen wirklich mal wieder viel zu schnell vorbei. Nochmal vielen vielen Dank, dass ihr da wart. :*